Gewusst

In der Männermode herrscht Aufbruchstimmung. Es geht um einen Richtungswechsel, der von Leichtigkeit und Eleganz getragen wird. Höchst unterschiedliche Trends bestimmen das Gesamtbild. Einfachheit und Konzentration auf das Wesentliche bestimmen den neuen Look. Die zeitgemäße “Modern Klassik“ gibt sich souverän und elegant, aber wird zunehmend lässiger. Garant ihrer kompromisslosen Modernität sind die Materialien und die Accessoiresierung. Jenseits strenger Dresscodes sucht sich die Mode immer eigene Ausdrucksformen und mixt unwillkürlich zusammen, was Faszination verspricht. Die Accessoires erneuern sich radikal. Der Slogan lautet: Feel free, be different. Diese Symbiose ist ebenso faszinierend wie kreativ und macht die Accessoires mehr denn je zum Markenzeichen des perfekten Stils. Look, Design und Lebensstil werden insgesamt zurückgenommener, einfacher und dadurch sehr modern.

DER HOCHZEITSANZUG

Die moderne Alternative zum klassischen Smoking, weniger offiziell und deutlich modischer: Der modische Hochzeitsanzug auch mit Seidenapplikationen am Revers sollte immer farblich auf das Brautkleid abgestimmt werden. Auch für Partys ist er das richtige Outfit. Dazu passt ein weißes oder cremefarbenes Hemd mit elegantem Kläppchenkragen. Für deutlich mehr festlichen Touch sorgen Westen, Schleifen und Plastrons.

FÜR MORGENS DER CUT

Der “Cutaway” heute einfach nur Cut genannt, ist das Überbleibsel des Gehrocks, der um die Jahrhundertwende über dem Anzug getragen wurde. Der Cut ist der Frack des Tages – man trägt ihn bei großen Hochzeiten am Vormittag oder allgemein bei festlichen Anlässen vor 15:00 Uhr. Die Jacke wird in anthrazit oder silbergrau, mit einer schwarzen oder schwarz-grau-gestreiften Hose getragen. Dazu gehören noch einige Accessoires: Ein weißes Hemd mit Kläppchenkragen, eine silbergraue Krawatte und eine zweireihige Weste in perlgrau oder beige und nicht zu vergessen, die strahlend weißen Glace-Handschuhe. Als I-Tüpfelchen empfiehlt sich ein dezent gemusterter Plastron (eine etwas breitere kürzere Krawatte) mit Perlnadelschmuck. Ein schwarzer oder silbergrauer Zylinder, elegante schwarze Schuhe und eine weiße Chrysantheme im Knopfloch runden das perfekte Outfit ab. Übrigens: In den USA und in England sind Cut und Plastron die offizielle Hochzeitsrobe – für Bräutigam und Gast!

EINFACH KLASSISCH – DER FRACKClassics_Frack_2012

Der absolute Klassiker des Abends – der Frack. Bei festlichen Veranstaltungen und traditionell großen Hochzeitsfeiern nach 19:00 Uhr ist der Herr mit einem Frack perfekt gekleidet. Im 18. Jahrhundert gehörte der Frack noch zur Tageskleidung – und das in der unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten. Besonders berühmt war der Soldaten- und der englische Tuchrock, der auch zum Reiten verwendet wurde. Seit 1850 ist der Frack in gedeckten Farben zum reinen Abendanzug geworden. Der kurze Frackrock mit seinen langen Schößen ist vorne stets offen und mit parallel verlaufenden Knöpfen besetzt, Satin schmückt dabei das spitze Revers. Die Frackhose ist immer ohne Umschlag gearbeitet – zwei Borten, auch Galos genannt, zieren die Seitennaht. Der Bräutigam trägt eine blütenweiße Weste aus Piquè mit schmalen lang gezogenem Revers und weißer Piquè-Schleife. Natürlich darf auch das Frackhemd aus Piquè nicht fehlen. Die Strümpfe aus Seide oder feiner Baumwolle sollten stets knielang getragen werden und die Schuhe nur schwarz sein! Zum Frack trägt man vorzugsweise keine Armbanduhr, sondern, wenn vorhanden, eine goldene Taschenuhr. Ein Muss: weiße Schleife und schwarze Lackschuhe.(Nur Oberkellner tragen eine schwarze Schleife zum Frack!) Übrigens, die Aufforderung zum Frack wird auf der Einladung mit “white tie” vermerkt.

IMMER RICHTIG – DER SMOKING

Der schwarze, einreihige Smoking ist die perfekte Wahl des Bräutigam für die kirchliche Trauung. Aber auch bei anderen Festen um die späten Abendstunden ist Ihnen im Smoking ein erstklassiger Auftritt garantiert. Die traditionelle Farbe des Smokings ist schwarz, das Hemd mit verdeckter Knopfleiste und Doppelmanschetten meist strahlend weiß, es darf aber auch cremefarben ausfallen. Als klassische Ergänzung gelten eine schwarze Weste aus Satin oder ein schwarzer Kummerbund mit schwarzer Schleife. Die Revers oder Seitenspiegel sind beim Smoking stets mit Seidensatin besetzt und zeigen entweder ein spitzes Revers oder einen Schalkragen. Zum Smoking trägt man flache silberne Manschettenknöpfe und eine ebenso silberne Armbanduhr mit schwarzem Lederarmband. Übrigens, hier heißt es auf der Einladungskarte “black tie”.

DER ABSOLUTE KLASSIKER DES ABENDS – DAS DINNER-JACKET

Das ideale Outfit für Hochzeiten und Feste, die in der sommerlichen Jahreszeit stattfinden, ist das Dinner-Jacket. Die Ähnlichkeit mit dem Smoking ist nicht zu übersehen – das Dinner-Jacket ist aber stets in weiß oder Ecrù und gerne aus besonders leichtem Materialien wie Seide oder Leinen  gearbeitet. Das Jacket wird mit einer schwarzen Smokinghose ergänzt. Wenn Sie es richtig klassisch mögen, kombinieren Sie mit dem Dinner-Jacket auch einen schwarzen oder roten Kummerbund, Pochette oder Weste. Besonders wichtig: Zu besonders festlichen Anlässen wird beim Dinner-Jacket und beim Smoking die Weste gegen den Kummerbund getauscht. Die Plisseè-Falten des Kummerbundes werden dabei immer so getragen, dass sie nach oben offen sind.

DAS STEHKRAGEN-JACKET

Für Hochzeiten, Events und Konzerte. Das Stehkragensakko ist eine neue Variante für das festliche Outfit Spätestens seit Elton John kennt alle Welt dieses modische Bekleidungsstück. Hochgeschlossen wird es trotzdem mit Weste und passendem Plastron oder Schleifenband getragen. Das Sakko hat vorzugsweise eine verdeckte Knopfleiste und eine Länge von 80-85 cm, ideal für den groß gewachsenen Mann.

DAS LONGSAKKO

Nicht nur für einen einmaligen Anlass. Das Longsakko ist modern, jung und etwas länger als das normale Sakko. Es passt nicht nur zu Hochzeiten sondern ist als Drei- oder Vierknopf-Sakko mit modischen Kragenvarianten zu vielen Gelegenheiten tragbar. Als alternative zum festlichen Kläppchenkragenhemd dann am besten mit Partyhemd in weiß oder creme.

DER PARTY-ANZUG

Verwandt mit dem Business-Anzug, aber in Farbe, Form und Details weit modischer, eleganter. Das weiße Hemd sollte mit festlichem Kläpppchenkragen gewählt werden – die Schleife, das Einstecktuch und die Weste als Arrangement. Auch hier ist ein Kummerbund die Alternative zur Weste.
Mit Business-Hemd und Krawatte ist der Party-Anzug auch als Alternative zum Business-Anzug zu tragen. Für festlichere Anlässe mit eleganter Weste, Schleife und Pochette.

 

ACCESSOIRES – Stilvolle Feinheiten sind bedeutend: 

Fliege
Alternative zur Krawatte oder Plastron – zum Smoking und Frack unverzichtbar. Zum Selberbinden oder mit Gummiband.

Galon
Seidenstreifen auf beiden Seiten der Smokinghose.

Hemd
Der Begriff Hemd stammt von „Hemedi“, dem mittelhochdeutschen Wort für Haut. Legen Sie also bei Ihrer zweiten Haut besonderen Wert auf besten Sitz und angenehmes Material.

Krawatte
Als „Männerzier“ eher in der Businessmode anzutreffen. Wird in der Gesellschaftskleidung gerne durch Fliege oder Plastron ersetzt.

Kummerbund
Alternative zur Weste – attraktive Schärpe in Farbe und Dessin der Schleife. Den Namen hat er vom hinduistischen „Kamarband“, einer Schärpenmode, die englische Soldaten weltweit populär machten. Falten zeigen nach oben, damit sie Platz für Karten oder Tickets bieten.

Plastron
Ein Plastron ist breiter als eine Krawatte, kann mit einer Perlennadel verziert werden und findet ausschließlich zum Hemd mit elegantem Kläppchenkragen oder Haifischkragen (modischer) seinen Einsatz.

Pochette
Das unverzichtbare Einstecktuch wird in der festlichen Mode auf die Fliege und die Weste oder den Kummerbund farblich abgestimmt, oftmals im gleichen Muster (Ausnahme: zu Frack und Cut).

Strümpfe
Grundsätzlich sollte Mann knielange Strümpfe tragen, um einen Blick auf nackte Beine zu vermeiden. Seide oder feine Baumwolle passen besser als dicke Wolle – die Farbe ist bei festlichen Anlässen grundsätzlich Schwarz.

Tuxedo
Amerikanisch für Smoking, seit dieser 1889 im Tuxedo-Park, New York, vom berühmten Dandy Criswold Corillard eingeführt wurde.

Weste
Modische Alternative zum Kummerbund, gerne farbenfroh und passend zu einreihigen Sakkos.

Zylinder
Kopfbekleidung für hochfestliche Anlässe in Kombination mit einem Frack, meist zusammenklappbar. Kam in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Mode.